Die kleinen ungehörten Botschaften
- pamelabucher
- 19. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Du kennst das ganz bestimmt:
ein kurzes Zögern, bevor du auf etwas reagierst
eine innere Stimme, die Nein sagt, wenn du etwas gefragt wirst
oder Müdigkeit, die sich während einer Tätigkeit plötzlich in dir breit macht.
Hast du dich schon mal gefragt, was das ist?
Ich verrate dir schon mal folgendes: es sind keine Hirngespinste!
Aber die meisten von uns tun solche inneren Regungen als genau das ab.
Wir nehmen es vielleicht ganz kurz wahr. Aber meistens schaltet sich dann der Kopf ein und wir gehen weiter. Ohne darauf zu achten, was uns diese innere Regung sagen wollte.
Und weisst du was?
Genau hier beginnt das Problem.
Was meldet sich da?
Was du hier wahrnimmst sind Botschaften.
Damit du dir vorstellen kannst, was ich meine, gebe ich dir gerne ein Beispiel.
Eine Patientin sitzt ganz betrübt vor mir und erzählt, was sie auf die Notfallabteilung bringt. Sie hat sich den Fuss verstaucht, nachdem sie «nur noch schnell xy wollte».
Sie berichtet sogar, dass sie kurz davor, einen Moment das Gefühl hatte, es besser sein zu lassen. Warum wusste sie nicht und deshalb hat sie diesen Gedanken schnell verscheucht.
Aber an diesem Tag war es genau diese Botschaft, die sie lenken wollte. Dieses kurze Zögern, bevor sie tat, was sie «nur noch schnell» wollte.
Und statt darauf zu hören, hat sie es trotzdem getan. Und wurde buchstäblich angehalten.
Die Interpretation eines solchen Ereignisses kann natürlich ganz unterschiedlich ausfallen. Je nach dem was wir für ein Welt- und Menschenbild haben, könnten wir jetzt denken: «das Leben hat mich ausgebremst.»
Aber ebenso möglich wäre der Gedanke, dass es eben keine Schikanen des Lebens sind, wenn wir solche Dinge erleben.
Nicht selten erzählen die Patienten, wenn sie kurz darüber nachdenken, wo hier die Zusammenhänge sein könnten, dass sie dadurch wiederum von etwas anderem «abgehalten» wurden. Und häufig stellen sie danach fest, dass sie eigentlich ganz froh darum sind.
Ich persönlich finde die Vorstellung hilfreich, es als einen Versuch der inneren Führung zu sehen, uns auf die (für uns richtige) Spur zurückzubringen oder uns vor etwas Bestimmten zu bewahren.
Hier darf und soll natürlich gerne jeder für sich spüren, wie man solche Botschaften einordnen möchte.
Wie kann es so weit kommen?
Im Alltag ist es aber oft so, dass wir diese Botschaften (oder wie wir das für uns bezeichnen wollen) nicht hören können.
Nicht zuletzt, weil unsere Aussenwelt sehr laut geworden ist.
Die Signale aus uns selbst heraus, aus dem Körper sind im Vergleich dazu oft viel leiser. Und entsprechend überhören wir sie viel leichter.
Was machst du zum Beispiel mit der Müdigkeit nach dem Mittagessen? Gönnst du dir kurz eine Pause, schliesst die Augen und schottest dich (und dein Hirn) kurz vom Rummel um dich herum ab, damit ihr einen Moment der Entspannung und Regulation erleben könnt?
Oder bestellst du dir einfach einen starken Kaffee und ziehst durch?
Und wie sieht es abends aus, wenn du diese innere Unruhe spürst, die dich ganz kribbelig macht? Setzt du dich hin und hörst kurz zu? Fragst du dich, was es ist, was dich so unruhig macht? Gibst du deinem Körper die Möglichkeit, diese Energie loszuwerden oder umzulenken und damit wieder ins Gleichgewicht zu kommen?
Oder greifst du zum Laptop oder zur Fernbedienung und lenkst dich damit eigentlich von dir selbst ab?
Das sind nur zwei Beispiele, wie es sein könnte. Es geht mir auch überhaupt nicht darum, irgendetwas zu beurteilen oder anzuklagen.
Mein Motiv, dir diese Fragen zu stellen ist ein ganz anderes: ich möchte Bewusstsein schaffen. Damit du Klarheit finden kannst.
Wo führt das hin?
Denn was geschieht, wenn du diese kleinen Botschaften weiterhin überhörst?
Wenn du dich selbst weiter übergehst?
Nicht, weil du es so willst, sondern weil du nicht weisst, dass es auch anders geht?
Du verlierst schleichend die Verbindung zu dir selbst. Das Vertrauen in dich selbst schwindet mehr und mehr. Und die «logische» Konsequenz daraus?
Du suchst Halt und Orientierung im Aussen. Da wo das Chaos eigentlich herkommt.
Spürst du, dass das ein Teufelskreis ist, der sich irgendwann immer schneller dreht?
Genau das ist es, was im Moment so viele Menschen erleben.
Ehrlich, ich höre solche Sätze immer häufiger:
„Ich weiss gar nicht mehr, was ich will“
„Ich funktioniere nur noch“
Und wenn man hier ein bisschen reinzoomen und genauer nachfragen würde, käme zu einem sehr hohen Prozentsatz heraus, dass die Verbindung zum eigenen Inneren nicht plötzlich verloren ging. Sondern dass dieser Prozess schon lange läuft. Meist seit jungen Jahren.
Und irgendwann fängt der Körper an, immer lauter zu werden. Nicht, weil er hinterhältig wäre oder uns etwas Böses will.
Sondern weil wir seine Signale einfach zu lange ignoriert und an unseren eigentlichen Bedürfnissen vorbeigelebt haben.
Dann zeigen sich Beschwerden und Symptome, die sich irgendwann einfach nicht mehr überhören lassen und angeschaut werden wollen.
Und das kommt dann in unserer Vorstellung natürlich meistens zur falschen Zeit oder im unpassendsten Augenblick. Oder hast du schon mal gesagt, wenn dir etwas unangenehmes begegnet ist: "Ach wie praktisch, dass ich mir jetzt den Fuss vertreten habe?" Wohl eher nicht.
So muss es nicht sein
Aber wir müssen es nicht so weit kommen lassen. Wir können viel früher einsteigen, damit uns der Körper nicht erst anbrüllen muss, bevor wir fragen: «ja wie denn dann?»
Und es wird dich vielleicht überraschen: es sind gar keine «grossen Taten», die dir hier weiterhelfen können. Du musst nicht alles auf den Kopf stellen, um eine Veränderung zu erreichen.
Zu Beginn ist es sogar eher das «nicht tun», was uns helfen kann.
Es geht um Bewusstsein. Dass wir wieder wahrnehmen, was da ist.
Aber um uns selbst wieder zu spüren und wahrzunehmen, brauchen wir zwei Dinge:
Ruhe und Raum. Dafür dürfen wir einmal kurz anhalten und bei uns selbst «einchecken».
Mach doch direkt mal mit, wenn du schon hier bist und nutze die Gelegenheit für ein kurzes, in dir selbst präsent sein:
die "halt kurz an"- Übung
Leg kurz alles aus der Hand und nimm bewusst Kontakt mit dir selbst auf.
Lege dafür eine Hand auf die Brust oder den Bauch und spüre einmal, wie sich der Atem hier ausbreitet.
Hör hier einfach mal hin.
Was spürst du? Wie fühlt sich dein Körper gerade an.
Wandere mit deiner Aufmerksamkeit durch deinen Körper und spür, was da ist.
Du musst damit nichts tun. Einfach da sein lassen.
Egal was gerade da ist, nimm es einfach als Beobachtung auf.
Vielleicht spürst du Druck. Vielleicht nimmst du Schwere wahr. Oder Unruhe.
Dann atme 3-mal tief und bewusst ein und wieder aus.
Beobachte auch hier, was das mit dir macht. Wie sich dein Inneres verändert.
Und dann komm langsam wieder zurück.
Wie fühlst du dich? Was hat sich verändert?
Ich empfehle dir, diese Übung mindestens 1mal am Tag zu machen.
Denn es ist nicht einfach irgendeine Massnahme.
Es ist eine Botschaft an deinen Körper, der ihm sagt:
«Ich bin da. Ich nehme dich wahr. Und das, was du mir zu sagen hast, ist mir wichtig.»
eine wichtige Botschaft an dich selbst
Und das ist keine Übung. Das ist eine Liebeserklärung an dich selbst. Möglicherweise die erste, bewusst an dich selbst gerichtete.
Und dieser erste Schritt ist der Beginn einer wunderbaren Reise zurück zu dir selbst.
Denn DEIN LEBEN beginnt dort, wo du mit dir selbst wieder verbunden bist.
Dann kannst du auf deine innere Führung zurückgreifen und wirst unabhängiger vom Aussen.
Damit kannst du so leben, wie es sich FÜR DICH richtig anfühlt und das aus deinem Leben machen, was dir wirklich entspricht.
"Wer innehält, erhält innen Halt."
Laotse
Vielleicht kannst du heute schon damit beginnen, dir ein bisschen mehr zuzuhören.
Und denke immer daran: die leisen Botschaften sind niemals gegen dich. Sie wollen dein Bestes. Immer.
Ich wünsche dir von Herzen viel Vergnügen beim ausprobieren und reinspüren.
Falls du hier noch einen Schritt tiefer gehen möchtest:
auf meiner Webseite findest du einen Energie- Selfcare- Guide, der dich dabei unterstützt, in deiner Energie zurück in die Ruhe und Stabilität zu kommen.
Damit du das Leben führen kannst, was dir wirklich entspricht.
Klicke dafür einfach auf den untenstehenden Link:
Ich freue mich, wenn du auch das nächste Mal wieder mitliest und dir so immer näher kommst.
Herzlich,
Pam

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