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Der Beginn der Wunderwerkstatt

Der Puls rast. Der Blutdruck viel zu hoch. Der Rücken schmerzt. Angst schnürt den Hals zu.
Der Körper rebelliert. Nicht selten mit unklarer Ursache. So scheint es zumindest.
 
Keine Ahnung, wie oft ich das erlebt habe.
Menschen in körperlichen und psychischen Ausnahmezuständen, die am Ende von langen Untersuchungsreihen ohne Ergebnis ratlos waren, was ihnen fehlt.
 
Und da sind wir direkt beim Thema. Es fehlt ihnen was. Aber was nur?
Die meisten wissen es nicht bewusst.
Kommt man aber mit ihnen ins Gespräch, werden die meisten schnell fündig.
Es fehlt ihnen an Ruhe, Erholung, an Mut, eine eingefahrene Situation zu verlassen oder ein ungesundes Umfeld zu verändern.
Die meisten Menschen wissen es sehr wohl – oder sie spüren es, das entspricht vielleicht eher der Wahrheit.
Sie sollten aufhören, einfach zu funktionieren. Sie wollen das eigentlich schon lange.
Aber da war noch dies wichtiger und das ganz dringend und so weiter.
In Wahrheit sind es gar nicht Dinge, die wichtiger sind, was sie daran hindert, etwas zu verändern. Es sind viel eher die nagenden Gedanken aus der Tiefe. Diejenigen die einem zuflüstern: «was denkst du denn, wer du bist!» oder auch sehr beliebt «du kannst doch nicht einfach…!» Also bleibt es beim wollen. Wir zögern einen Moment zu lange und zack, schon ist der Zweifel grösser als der Mut.

 

Was denn sonst, wenn nicht die alten Pfade?


Die meisten wissen aber auch einfach nicht, was sie stattdessen tun sollen.
Oder wie sie das anstellen sollen. Wie sie wirklich etwas verändern sollen. Es fühlt sich an, als wäre es ein riesiger Berg, unüberwindbarer Hindernisse. Warum also anfangen, wenn ich doch eigentlich der Meinung bin, dass ich es sowieso nicht schaffen kann?
 
Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich bei solchen Gelegenheiten gehofft habe, dass wir «Medizin- Heinis» für diesen Menschen jetzt doch irgendeine hilfreiche Idee parat haben würden.
 
Leider waren es dann doch oft die Standard- Massnahmen, mit denen die Menschen nach Hause gingen. Und am Ende kein Stück klüger waren.
An dieser Stelle ein paar Worte zu mir:
 
Ich bin Pam. 42 Jahre alt und von Beruf Notfallpflegeexpertin. Vor 24 Jahren habe ich als Praktikantin im Pflegeheim begonnen und hätte mir niemals vorstellen können, was da noch alles kommt. Viele Jahre später stand ich also eines schönen Tages auf der Notfallstation, die Patienten kamen mit ihren zahlreichen Problemen und mich überkam der Gedanke: was machen wir hier eigentlich?!
Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass wir zwar helfen. Aber das Problem eigentlich nicht  wirklich lösen.

Ich wusste, dass ich nichts wusste


Das nagte an mir. Sehr.
Ich empfand es zunehmend als Belastung. Ich wollte nicht einfach ein «Pflasterkleber» sein. Ich wollte wirklich helfen.
Himmel, deshalb habe ich überhaupt erst diesen Beruf gelernt. Mich ewig hinter Schulbüchern vergraben und unendlich Wissen in mich hineingeschaufelt.
Wofür?
Dass ich am Ende sagen muss: ich habe auch keine bessere Idee? Als einfach so weiterzumachen, wie bisher und auf die nächste Katastrophe zu warten?
Nein, das war ganz bestimmt nicht mein Wunsch.
 
Aber auch ich wusste nicht einfach so, was es denn sonst sein könnte, was den Menschen wirklich weiterhelfen kann.
Was einem Menschen zurück in seine Balance kommen lässt.
Wie man das in den Alltag integriert, ohne sich direkt ins Kloster oder auf einen heiligen Berg zurückziehen zu müssen.
 
Ich wusste aber eines mit Sicherheit. Das ist mir zu wenig.
Ich will den Menschen nicht dabei zusehen, wie sie immer wieder ihre Schleifen wiederholen und keinen Ausweg finden.
Wie ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden immer weiter in Schieflage gerät, ohne dass sie selbst etwas dagegen tun können.
 
Ich wollte den Menschen helfen. So richtig. Nachhaltig.
Und ich spürte, dafür sind wir nicht da.
Zum Leiden. Zum Aushalten und durchwurschteln.
 
Mit diesen Gedanken war ich dann ziemlich lange unterwegs. Und häufig ganz schön allein.
Denn in einem System seine Schwachpunkte anzusprechen, ist nicht unbedingt gern gesehen, oder in diesem Fall gehört.
Klar. Es macht Angst und verunsichert. Kenn ich ja selbst. Und es macht sichtbar, was wir so gerne im Verborgenen lassen möchten.
 
Und trotzdem wusste ich, es muss anders gehen. Es muss andere Möglichkeiten geben, Antworten auf solche Fragen zu haben. Eine Alternative anbieten zu können.
Nach einer sehr prägenden emotionalen Erfahrung mit einem sehr nahen Familienmitglied, welches sehr krank geworden war, wusste ich: jetzt erst recht. Ich habe keine Lust mehr auf Drumherum- Gerede. Ich will etwas anderes anbieten können.

 

Wer andere Ergebnisse will, muss anderes handeln


Also habe ich mich auf die Suche gemacht.
Viele Bücher, Kurse und Ausbildungen später bin ich klüger (es wäre ja auch tragisch, wenn nicht).
Auf der Reise wurde mir eines ganz klar – nachhaltige Veränderung gelingt nur von Innen nach Aussen. Wenn wir uns selbst sehr gut kennen und wissen, wie wir funktionieren.
 
Was heisst das denn jetzt?
Na ganz kurz zusammengefasst könnte man sagen, dass wir Wunderwerke auf zwei Beinen sind.
Wir haben alles dabei, was wir brauchen. Unser Körper ist mit allem ausgestattet was es für ein langes Leben braucht und wir haben Superkräfte in uns, die uns heilen, wenn wir es brauchen. Und dass es eine ganz klare Anleitung für jeden von uns gibt, die uns verrät, wie wir mit uns umgehen "müssen", damit wir in Balance leben können.
Aber was wissen wir darüber? Kaum etwas.

Wir lernen vieles, aber nutzt uns das Wissen auch was?


Ja gut, wir lernen in Biologie und Physik, wie die Natur und der Körper funktioniert.
Aber wer von uns weiss zum Beispiel, dass unser Herz ca.100`000 mal am Tag schlägt und dabei ca. 7000-9000 Liter Blut durch unseren Körper pumpt?
Leute! 9000 Liter Blut! Kann sich das einer vorstellen?

Das Herz tut es einfach. Wir haben keine Ahnung davon und kümmern uns auch nicht drum. Bis es das nicht mehr tut. Bis es irgendwo zwickt oder zwackt. Dann kümmert es uns plötzlich sehr wohl.

Das ist also Punkt eins. Bewusstsein über das Wunderwerk, das wir sind.
Im besten Fall bringt das sogar schon den Gedanken mit sich, dass es sich lohnt, sich darum zu kümmern...
Was wir dadurch aber noch nicht wissen ist: wie wir uns kümmern können, damit sich nachhaltig etwas verändern kann.
Denn alles Wissen bringt uns wenig, wenn wir nicht wissen, wie wir es anwenden können.
 
Wie ich diesem Mysterium auf die Schliche kam, verrate ich dir im nächsten Blogbeitrag, der schon bald kommt. Ich freue mich, wenn du wieder mitliest.
 

4 Kommentare


Auf den Punkt! Danke liebe Pamela fürs Teilen dieser persönlichen Geschichte. Toll wie du dem Ruf deines Herzens folgst und mutig und mit Leidenschaft deinen Weg gehst🧡Voller Vorfreude auf den nächsten Beitrag...

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pamelabucher
21. Apr.
Antwort an

Vielen Dank liebe Martina, das freut mich sehr! So schön, dass du hier bist🥰

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Wow... der Text hat mich gerade richtig gepackt, ich liebe wie ehrlich und klar du schreibst und zugleich Einblick in (auch eigene) Gedanken ermöglichst! Ich habe mich in vielem wiedererkannt. Danke, dass du das so klar aussprichst. Es regt wirklich zum Hinschauen an. Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Beitrag 🤍

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pamelabucher
21. Apr.
Antwort an

Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, das freut mich sehr🥰

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