Ach du lieber Goldfisch!
- pamelabucher
- 29. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Über Aufmerksamkeit, Ablenkung und innere Führung in einer Welt voller
2-Sekunden-Reize
2–3 Sekunden.
So lange entscheiden Menschen heute durchschnittlich, ob sie einem Inhalt Aufmerksamkeit schenken oder weiterscrollen.
2–3 Sekunden.
Wenn wir uns vor Augen halten, wie lang die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches ist, wird uns erst klar was das wirklich heisst.
Das Flossentier ist gemäss Wissenschaft zu ganzen 9 Sekunden ungeteilter Aufmerksamkeit in der Lage.
Ich weiss nicht, wie es dir geht, wenn du das liest, aber mich hat das ehrlich gesagt ziemlich erschüttert. Nicht nur wegen Social Media. Sondern weil ich beobachte, dass diese Entwicklung längst nicht mehr nur unser Online-Verhalten betrifft.
Sie beeinflusst unser ganzes Leben.
Unsere Aufmerksamkeit ist heute eine der wertvollsten Ressourcen überhaupt. Und gleichzeitig geben wir sie oft völlig unbewusst überall ab.
An banale Reize, an Social Media, an ständige Erreichbarkeit, an grübelnde Gedanken und an Dinge, die uns eigentlich gar nicht wichtig sind.
Und irgendwann merken wir: Wir sind zwar ständig beschäftigt, aber selten wirklich präsent.
Die Welt wird immer lauter
Vor kurzem hat eine Bekannte von mir ein Video veröffentlicht, das mich sehr berührt hat. Sie sprach darüber, wie schwer ihr das Social Media Game fällt und dass sie von nun an einiges anders machen will. Dass sie keine Lust mehr hat, ständig irgendwelchen Algorithmen, Hooks oder Trends hinterherzurennen, nur um sichtbar zu sein oder Reichweite zu bekommen. Und dass sie sich auf keinen Fall dafür verraten würde.
Und ich musste innerlich sofort nicken. Denn genau das beschäftigt mich auch.
Dieses Gefühl, immer lauter werden zu müssen, damit man überhaupt noch wahrgenommen wird.
Immer reisserischer, immer mehr und immer schneller.
Und ich ertappte mich selbst dabei, wie oft ich darüber nachdenke:
Was „zieht“ wohl besser? Wie muss ein Hook aufgebaut sein? Welche Überschrift bringt mehr Aufmerksamkeit?
Und obwohl ich Social Media grundsätzlich schätze und dankbar darum bin, Menschen auf diesem Weg erreichen zu können, spüre ich gleichzeitig: vieles daran fühlt sich nicht stimmig an.
Aufmerksamkeit ist die Währung unserer Zeit
Denn worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, formt unser Leben.
Unsere Aufmerksamkeit entscheidet:
was wir wahrnehmen
worauf wir reagieren
was wir fühlen
woran wir glauben
und letztendlich auch, wie wir leben
Und genau deshalb glaube ich: Aufmerksamkeit ist die Währung unserer Zeit.
Nicht Geld, Reichweite oder Status.
Sondern echte, bewusst geführte Aufmerksamkeit.
Denn sie ist begrenzt.
Wann schenken wir wirklich Aufmerksamkeit?
Ich bitte dich, dir kurz etwas vorzustellen.
Du sitzt einem Menschen gegenüber, von dem du weisst, dass eure gemeinsame Zeit begrenzt ist.
Vielleicht siehst du ihn oder sie zum letzten Mal.
Würdest du in diesem Moment aufs Handy schauen?
Würdest du dich nebenbei ablenken lassen? Noch dazu von etwas total unwichtigem?
Oder würdest du versuchen, jede Sekunde wirklich wahrzunehmen?
Jeden Blick. Jedes Wort. Jede Nuance.
Weil du weisst: Dieser Moment kommt nie wieder zurück...
Genau das ist wahre Aufmerksamkeit.
Und gleichzeitig zeigt dieses Beispiel etwas sehr Wichtiges:
Wir KÖNNEN aufmerksam sein. Wir haben diese Fähigkeit nicht verloren.
Aber wir leben in einer Welt, die ständig um unsere Aufmerksamkeit kämpft.
Und wir dürfen uns dessen bewusst sein. Damit wir anfangen können, das in unserem Sinne zu lenken.
Die Folgen von ständiger Ablenkung
Wenn wir uns einmal bewusst beobachten, sehen wir es überall:
Menschen stehen an der Bushaltestelle und scrollen.
Menschen warten an der Kasse und greifen sofort zum Handy.
Menschen sitzen zusammen, aber jeder ist gedanklich schon woanders.
Unsere Aufmerksamkeit springt ständig weiter.
Und damit verlieren wir etwas Entscheidendes:
Tiefe, Präsenz und echte Verbindung.
Nicht nur zu anderen Menschen. Sondern auch zu uns selbst.
Denn wenn unsere Aufmerksamkeit permanent im Aussen gebunden ist, wird es immer schwieriger, die leisen inneren Signale überhaupt noch wahrzunehmen.
Bewusste Aufmerksamkeit ist Selbstführung
Ich bin davon überzeugt:
Bewusste Aufmerksamkeit ist eine Form von Selbstführung.
Denn sie entscheidet darüber, wohin wir unsere Energie geben, was wir nähren und was in unserem Leben wachsen darf.
Und genau deshalb wird es immer wichtiger, hier bewusste Entscheidungen zu treffen.
Nicht jeder Reiz verdient unsere Aufmerksamkeit. Nicht jede Meinung verdient unseren Fokus. Nicht alles, was laut ist, ist auch wichtig.
Meine Entscheidung
Für mich persönlich hat dieses Bewusstsein etwas verändert.
Ich möchte meiner eigenen Energie folgen. Ich möchte Menschen nicht mit Lautstärke erreichen. Nicht mit künstlichen Versprechen oder übertriebenen Schlagzeilen.
Ich möchte die Menschen erreichen, die sich wirklich angesprochen fühlen. Die sich in meinen Worten wiederfinden. Die spüren:„Das meint mich.“
Vielleicht bedeutet das weniger Reichweite. Vielleicht bedeutet es langsameres Wachstum.
Aber dafür entsteht etwas Echtes.
Und genau das ist mir wichtig.
Vielleicht beginnt Bewusstsein genau hier
Vielleicht darfst auch du heute einmal beobachten:
Worauf richtest du deine Aufmerksamkeit?
Was bekommt täglich deinen Fokus?
Und tut dir das wirklich gut?
Denn Aufmerksamkeit ist nicht einfach ein bisschen Zeit, das wir in xy investieren.
Sie formt dein Erleben, deine Gedanken. Und damit letztendlich dein Leben.
Und vielleicht liegt genau darin eine der wichtigsten Formen von bewusster Selbstführung in unserer heutigen Zeit.
Wenn du spürst, dass dich das Thema der bewussten Selbstführung interessiert, schau dich gerne einmal auf der Webseite um. Hier findest du verschiedenste Möglichkeiten, wie du dir wieder näher kommen und mehr Bewusstheit in deinen Alltag bringen kannst.

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